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Was ist das RDS?

Das RDS ist eine Form der gastrointestinalen Funktionsstörungen, die durch abdominellen Schmerz und Änderung der Stuhlgang-Gewohnheiten gekennzeichnet ist.

Was sind gastrointestinale Funktionsstörungen?

Gastrointestinale (GI)  Funktionsstörungen können in zwei Hauptkategorien unterteilt werden. Die erste Kategorie, organische Störungen des Gastrointestinaltrakts (GIT), sind gekennzeichnet durch Abnormalitäten wie Tumor, Geschwür und Entzündung, oder durch mikroskopische Abnormalitäten. Die zweite Kategorie, funktionelle Störungen des GIT, haben keine organischen Ursachen. Funktionelle Störungen des GIT haben oftmals die gleiche Erscheinungsform wie der „normal aussehende“ GIT.

Was bedeutet „normal aussehender“ GIT?

Wenn man die Oberfläche des GIT mit dem bloßen Auge betrachtet - so wie dies auch während einer endoskopischen Untersuchung geschieht - sieht diese normal aus. Sie funktioniert dennoch nicht wie eine gesunde Oberfläche.

Welche anderen Bezeichnungen gibt es für das RDS?

Es gibt verschiedene andere Bezeichnungen für diese Erkrankung, die Sie vielleicht schon gehört haben. Diese schließen Nervöse Colitis, Spastisches Colon, Schleimige Colitis, Reizcolon und Nervöse Darmkrankheit ein. Keiner dieser Begriffe ist jedoch eine passende Bezeichnung für diese Erkrankung.

Was ist die genaue Definition des RDS?

Eine der ersten Definitionen wurde 1978 von Dr. Manning und seinen Kollegen vorgeschlagen. Sie empfahlen, dass eine Diagnose des RDS vier Symptome voraussetzt: 1. Schmerzen, die sich nach dem Stuhlgang verstärken, 2. Durchfall zu Beginn des abdominellen Schmerzes, 3. häufige Stuhlgänge bei Schmerzbeginn und 4. sichtbare Bauchspannung (Aufblähung). Diese Symptome unterscheiden Patienten mit dem RDS von Patienten mit organischen Erkrankungen. Etwa zehn Jahre später schloss sich eine Gruppe von Ärzten in Rom zusammen, die neue Kriterien für die Diagnose des RDS vorschlug (Rom-I- Kriterien). Die Rom-I-Kriterien (1992) und die folgenden Rom-II (1998) und Rom-III (2006) haben zu weiterem Verständnis des RDS beigetragen. Entsprechend Rom-III wird das RDS definiert durch:

Wiederkehrende abdominelle Beschwerden oder Schmerzen für mindestens drei Monate (die nicht zusammenhängend sein müssen) innerhalb eines Jahres, sowie mindestens zwei der drei folgenden Symptome:

(1) Nachlassen der Beschwerden nach dem Stuhlgang,

(2) Entstehung der Beschwerden geht mit einer Änderung der Frequenz der Stuhlgänge einher,

(3) Der Beginn der Beschwerden geht einher mit einer Änderung von Form und Aussehens des Stuhls.
Die meisten Ärzte stützen sich derzeit zur Diagnostik auf die Rom-III-Kriterien.

Warum ist die Terminologie „Reizdarmsyndrom“ anderen Bezeichnungen, wie beispielsweise „Colitis“, vorzuziehen?

Colitis ist die Entzündung des Dickdarms. Bei dem RDS liegt keine echte Entzündung vor. Infolgedessen ist es falsch, diesen Begriff für das RDS zu verwenden.

Warum gilt das RDS als ein Syndrom und nicht als eine Krankheit?

Ein Syndrom ist das gleichzeitige Auftreten verschiedener Merkmale, beispielsweise verschiedener Krankheitssymptome, die nicht einem spezifischen Problem zugeordnet werden können. Es ist beim RDS beispielsweise nicht bekannt, warum Patienten gastrointestinale und nicht gastrointestinale Symptome gleichzeitig zeigen können. Unterschiedliche Krankheitsprozesse, wie z.B. Magengeschwür und Infektionskrankheiten, können mit ähnlichen Symptomen auftreten. Es ist oft nicht eindeutig zu erklären, warum diese Symptome auftreten und wie sie zusammenhängen. Sie werden daher als „Syndrom“ bezeichnet.

Was verursacht das RDS?

Hervorgerufen wird das RDS durch einen empfindlichen Darm, der auf irritierende Reize reagiert. Das RDS ist eine Mischung aus abnormaler Darmbewegung und abnormaler Reizempfindung des Darms